I. Der Verein und seine Entstehungsgeschichte

DELTA - The Philosophers' Club Heidelberg e. V. ist ein von Studenten gegründeter gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Auseinandersetzung mit philosophischen Fragestellungen und die Philosophiestudierenden am Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg in verschiedenen Bereichen zu fördern.

Wir sind engagierte Studierende verschiedener Fachrichtungen - der Physik, Mathematik, Jura, Psychologie und natürlich der Philosophie - die ihr gemeinsames Interesse an philosophischen und interdisziplinären Themen zunächst im Rahmen eines Lesezirkels zu Lewis' Abhandlung über die Identität von Körper und Geist entdeckten.

Hieraus entstand das Anliegen, diesem gemeinsamen Interesse eine Form zu verleihen, die den fächerübergreifenden Austausch über Themen und Probleme ermöglicht, die einerseits von philosophischem Interesse sind, sich jedoch andererseits in „Grenzbereichen" zwischen sozialwissenschaftlicher oder naturwissenschaftlicher Forschung und Philosophie befinden. Die gemeinsam organisierten Vorträge und Veranstaltungen sollen dabei eine Forum für das bieten, was unser besonderes Anliegen ist: Als Vermittlungsinstanz zwischen (angehenden) Natur- und Geisteswissenschaftlern, politischer Praxis und Philosophie zu fungieren und dem Austausch auch zwischen solchen Fachbereichen Raum zu geben, die dem traditionellen Verständnis gemäß nur schwer eine gemeinsame Sprache  finden.

Hier liegt es uns daran, die spezifische Kompetenz der Philosophie beizusteuern, die - wie wir glauben - gerade daran bestehen kann und soll, eine „gemeinsame Sprache" für Vertreter verschiedener Fachrichtungen zu finden und die „kleine Differenz" zu explizieren, die zu Miss- und Unverständnis führen kann.

Vor der Folie dieses Anliegens haben wir uns den Namen „Delta" gegeben: Der vierte Buchstabe des griechischen Alphabets steht für den Unterschied, die Differenz. Zwar kann in dem und durch den „(kleinen) Unterschied" allererst etwas entstehe; kleine Diskrepanzen zwischen den Fachrichtungen können aber auch ausschlaggebend für Missverständnisse sein. Unsere Aufgabe sehen wir daher gerade darin, solche Diskrepanzen zu thematisieren und der Diskussion über selbige eine Plattform zu bieten.

Die Gründung eines gemeinnützigen Vereins ermöglicht es uns, feste Organisationsstrukturen zu schaffen, so dass unsere Arbeit auch nachfolgenden Studentengenerationen zugute kommen kann.  Wir möchten durch unsere Aktivitäten und Veranstaltungen dazu beitragen, dass die Diskussion über relevante gesellschafts- und naturwissenschaftliche Fragestellungen über alle akademischen Stufen und die Fächergrenzen hinweg geführt wird - aller „Differenzen" zum Trotz.

 

II. Struktur und Organisation

Der Verein gliedert sich in sieben Ressorts, die jeweils für die Organisation und Umsetzung unserer Projekte in einem bestimmten Themenbereich zuständig sind:

  • Alumni und Mitglieder: zuständig für die Mitgliederakquise und das Alumni-Projekt.
  • Event-Management zuständig für die Organisation von Lesezirkeln und Vortragsreihen.
  • Finanzen und Recht zuständig für die sorgfältige Verwaltung der Finanzen des Vereins und Beratung bei rechtlichen Fragen.
  • Lehramt zuständig für die Organisation von Veranstaltungen, die spezifisch auf Lehramtskandidaten zugeschnitten sind.
  • Public Relations zuständig für die Kommunikation des Vereins mit universitären Organisationen, Unternehmen und Pressearbeit.
  • Philosophie & Kunst zuständig für die Umsetzung der Projekte, die sich an der Grenze zwischen Philosophie und Kunst (im weitesten Sinne des Wortes und in jeglicher Form) befinden.

 

    III. Projekte

    III.1 Lesezirkel: Diskussion in Kleingruppen

    Die Lesezirkel, die sich wöchentlich zusammenfinden, setzen sich mit einem frei gewählten Themenkomplex auseinander, erschließen und interpretieren gemeinsam ein zentrales philosophisches oder auch literarisches, sozialwissenschaftliches Werk. Die Lesegruppen bieten jedem die Möglichkeit, seinen Standpunkt einzubringen, ein neues Thema seines Interesses vorzuschlagen und einen eigenen Lesekreis zum Austausch über diese Materie zu eröffnen. Studenten anderer Fächer und „Externe" sind ausdrücklich erwünscht.

    Nachdem im letzten Halbjahr (SS 2007) mit Lewis' „Die Identität von Körper und Geist" ein Werk aus der modernen analytischen Philosophie des Geistes zur Debatte stand, wird in diesem und dem folgenden Semester (WS 2007/08 bis SS 2008) über Camus' „Der Mythos des Sisyphos" diskutiert werden.

    III.2 Vorträge: Interdisziplinärer Austausch

    Thematische Schwerpunkte unserer Arbeit werden der Dialog mit Naturwissenschaftlern auf der einen und Geistes- und Sozialwissenschaftlern auf der anderen Seite sein. Uns ist daran gelegen, wissenschaftliche Erkenntnisse anderer Forschungsfelder in die philosophische Diskussion zu integrieren und uns die Frage zu stellen, wie in einer Welt sich immer weiter ausdifferenzierender wissenschaftlicher Teilbereiche noch ein „strukturierender Überblick" über ein Problemfeld möglich ist, ja sich auch nur eine gemeinsame Sprache etablieren lassen könnte.

    Eine solche Sprache zu finden, den Dialog zwischen konkurrierenden Positionen anzustoßen und ihm ein Forum zu bieten, ist das Ziel unserer Vortragsreihen und der anschließenden Diskussionen.

    Unser erster Vortrag fand am 11. Dezember 2007 zum Thema „Stringtheorie - Physik oder Philosophie? Prinzipien und Konzepte der modernen Physik" statt. Die außerordentlich positive Resonanz und das zahlreiche Publikum (es kamen mehr als 130 Studenten) haben uns sehr gefreut und waren der Beweis dafür, dass wir mit unserem Konzept das Interesse einer breiten Studentenschaft getroffen haben. Zustimmung fanden hierbei neben dem Vortrag selbst auch die lockere Atmosphäre, die lebendige und fast zweistündige Diskussion und das 40-seitige Hand-Out.

    Für das Sommersemester 2008 sind drei Vorträge geplant, die sich um das Thema „Ethik und Gesellschaft" gruppieren werden. Den Anfang wir ... mit einem Vortrag über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten, sich gegenüber dem kontroversen Thema „Organtransplantation" (ethisch) zu positionieren, machen.

    III.3 Philosophischer Filmabend

    Einmal pro Monat werden wir ab dem Sommersemester 2008 einen philosophischen Film oder einen der ein solches Potential hat, als Diskussionskatalysator vorführen. Es sind vier Vorführungen geplant, die sich mit dem Themenkomplex  „Identität und Gewalt" auseinandersetzen werden.

    III.4 Literaturführer

    Ziel dieses Projektes ist es, eine allen Studenten zur Verfügung stehende Online-Datenbank zu erstellen. Dieser „Literaturführer" soll neben Primär- und Sekundärliteratur auch Essays zu philosophischen Themen, die im Seminar behandelt werden, auflisten.

    III.5  Alumni-Sektion

    Mit dem „Alumni-Konzept" macht Delta - The Philosophers' Club Heidelberg e. V. es sich zum Ziel,

    • Kontakt zu den ehemaligen Studierenden des Philosophischen Seminars (in erster Linie, nicht aber ausschließlich, den Absolventen) aufzunehmen. So soll ein Austausch zwischen derzeitigen und ehemaligen Studierenden sowie Beziehungen auf wissenschaftlicher, berufsorientierter, aber auch privater Ebene ermöglicht werden.
    • Studierende am Philosophischen Seminar in ihrer Vorbereitung auf das Berufsleben zu unterstützen, d.h. Netzwerke zu bilden, Erfahrungen auszutauschen, etc.

    Um diese Ziele zu erreichen, haben wir ein Konzept entwickelt, das sukzessive umgesetzt werden soll. Es spricht alle relevanten Personengruppen an und will so ein Netzwerk zwischen selbigen aufbauen:

    III.5.1 Studierende
    • Durch die Einrichtung einer Praktikumsbörse soll der Übergang vom Studium in das Berufsleben erleichtert und vorbereitet werden.
    • Durch Workshops (etwa EDV-Kurse, Bewerbungstrainings, Workshops) sollen Studierende die Möglichkeit haben, Fähigkeiten, die im späteren Berufsleben bedeutsam sein können, zu erlernen und auszubauen.
    • Ein Bericht über verschiedene Tätigkeitsfelder der Philosophie-AbsolventInnen soll Studierenden Hinweise und Anregungen für ihre berufliche Zukunft geben, welche die Möglichkeit eröffnen, ihr Studium zielorientiert zu gestalten.
    • Eine Absolventenfeier soll Studierenden einen feierlichen Abschluss ihres Studiums bieten und die (weitere) Pflege von Kontakten erleichtern.
    • Ein geschütztes Kontaktforum auf der Homepage des Delta-Clubs, in dem die Teilnehmer Angaben über ihre persönlichen Interessen etc. machen können, soll die Kommunikation von Studierenden schon während des Studiums erleichtern und die Kontaktpflege zu ehemaligen Kommilitonen und Alumni auch über die Studienzeit hinaus fördern. Über dieses Forum können Studierende auch zu „Ehemaligen", die in einem für sie interessanten Berufsfeld tätig sind, Kontakt knüpfen und halten.
    • Ein regelmäßig erscheinender Newsletter soll die Studierenden über aktuelle Ereignisse und Aktivitäten am Seminar und das Angebot des Delta-Clubs (z.B. Workshops, Feste) informieren. Durch einen Link sollen Studierenden auf von Mitgliedern des Delta-Clubs verfasste Buchrezensionen und -Empfehlungen auf der Homepage des Delta-Clubs aufmerksam gemacht werden.
      III.5.2 Alumni
      • Durch die Einrichtung einer Jobbörse sollen Alumni in erster Linie auf Stellen am Philosophischen Seminar, aber auch auf Stellen in anderen Instituten und Unternehmen, aufmerksam gemacht und informiert werden.
      • Ein geschütztes Kontaktforum auf der Homepage des Delta-Clubs soll die Kommunikation mit Studierenden erleichtern.
      • Ein regelmäßig erscheinender Newsletter soll die Ehemaligen über aktuelle Ereignisse und Aktivitäten am Philosophischen Seminar informieren. (s. auch III.5.1)
      • Mit dem Alumni-Sommerfest wird ein Treffen von ehemaligen Studierenden am Philosophischen Seminar im lockeren Rahmen stattfinden.
        III.5.3 Unternehmen
        • Durch eine von den Mitgliedern des Delta-Clubs verfasste Infobroschüre über die im Philosophiestudium vermittelten Lerninhalte und die dadurch von den Studierenden erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten sollen Unternehmen genaueres über das Studium der Philosophie und die Stärken der Absolventen erfahren.
        • Die Einrichtung einer Praktikums- und Jobbörse soll Unternehmen eine Plattform für die Ausschreibung von Praktikums- und Arbeitsstellen geben.
        • Ein regelmäßig erscheinender Newsletter soll Unternehmen über aktuelle Ereignisse und Aktivitäten am Philosophischen Seminar sowie das Angebot des Delta-Clubs informieren.
        • Vertreter der Wirtschaft (insbesondere aus Berufsfeldern, in denen Absolventen der Philosophie tätig sind) sollen zum Abhalten von Seminaren und Workshops zu berufsrelevanten Themen eingeladen werden.
        III.5.4 „Schulforum"

        Darüber hinaus baut Delta ein Schulforum auf, das Lehramtsstudierende, LehrerInnen (welche nicht am Philosophischen Seminar studiert haben müssen) sowie Schulen vernetzen soll. Dies betrifft drei Interessengruppen:

        • Lehramtsstudierende, die in Zusammenarbeit mit examinierten LehrerInnen eine Materialsammlung für das Referendariat und den eigenen Unterricht erstellen können, Erfahrungsberichte über Schulpraxissemester und Referendariate nachfolgenden Studierendengenerationen zur Verfügung stellen können und am Kontaktforum für Lehramtsstudierende, Lehrer und Schulen partizipieren können.
        • LehrerInnen, die ihre Erfahrungen an Studierende weitergeben können, zu Workshops zur Weiterbildung und sonstigen Veranstaltungen des Delta-Clubs eingeladen werden um so an der aktuellen akademischen Diskussion ein Stück weit teilhaben zu können.
        • Schulen, die das Kontaktforum ebenfalls nutzen können und insbesondere gemeinsam mit dem Delta-Club kooperative Projekte zwischen Schule und Universität organisieren können.

          III.6 Weitere Projekte

          • Foto- und sonstige Ausstellungen in Räumlichkeiten der Universität. Die Organisation dieser Ausstellungen studentischer „Werke" in Kooperation mit anderen Fachbereichen soll durch das Kunstressort erfolgen.
          • Hausarbeiten-Kolloquium: Studierende, die sich intensiv mit einem Thema beschäftigt haben, möchten wir so die Möglichkeit bieten, ihre Gedanken oder Hausarbeiten in Form eines kurzen Vortrages anderen Studierenden vorzustellen.
          • Förderung bedürftiger Studierender in Form eines Büchergeld-Stipendiums: Hierbei handelt es sich um ein zentrales Projekt, dessen Finanzierung jedoch noch nicht gesichert ist. Diese soll durch Sponsorengelder erfolgen.
          • Veranstaltung von Philosophie-Konferenzen in Zusammenarbeit mit anderen Universitäten.