
Es ist nicht die exakte Erfassung der Wirklichkeit, die mich reizt, wie meine akribischen Studien vermuten lassen. Vielmehr ist es das Gegenteil. Ich sehe die Welt, wie sie uns erscheint, als eine Konstruktion. Als aktive und höchst subjektive Interpretation jedes Einzelnen. So sieht ein jeder, was er sehen will. Wie kommt es allerdings, dass trotz dieser scheinbaren Inkommensurabilität der Erfahrungswelten ein sinnvoller Austausch möglich ist? Welche Rolle spielt hierbei die Realität? Diese Frage stelle ich mir in den hier ausgestellten Bildern. Auf den ersten Blick sind Abbildungen zu sehen, wie sie uns auch in der Realität begegnen. Das, in allen Bilder dargestellte, Glas dient mir als Lehrbeispiel über diese beschränkte Sicht hinwegzukommen. So ist Glas für mich in erster Linie nichtexistent. Sein Anblick ist vollkommen determiniert durch Spiegelungen und Reflexionen anderer Dinge. Somit dient es mir gleichzeitig als Metapher für jeden anderen Gegenstand, welcher auch stets nur das Ergebnis einer Wechselwirkung an Lichtereignissen in einem Raum ist, den wir betrachten, als auch für den Menschen selbst. So müssen auch wir uns als kontextdeterminierte Wesen sehen, die sich spiegelnd, schillernd und reflektierend für isolierte Entitäten halten.
Kontakt: gode.kai@googlemail.com